Universelles Testsystem für die Prüfung des
Telegrammverkehrs auf Fernwirkverbindungen
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Die erfolgreiche Produktlinie der Prüfgeräte für Fernwirkverbindungen wird künftig auf einer neuen Hard- und Softwarebasis implementiert sein. Damit lassen sich die höheren Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Umfang der Kommunikation besser bedienen, speziell bei Ethernet-basierten Protokollen. Wie bisher setzen wir auf eine modulare Lösung und bieten den Anwendern damit ein kundenspezifisches Werkzeug zur Unterstützung bei Inbetriebnahmen und Fehleranalysen. |
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Energieversorger haben sich beispielsweise durch den Wegfall von Monopolstellungen, Fusionen und alternative Energiequellen in den letzten Jahren grundsätzlich geändert. Das zieht eine Vielfalt der Kommunikationsprozesse nach sich. Für die Abnahmeprüfung neuer Netzleittechnik oder die Systemintegration neuer Fernwirk-Komponenten ist deshalb die sichere, gleichzeitige Beherrschung unterschiedlicher Kommunikationsproto-kolle erforderlich. Da den Komponenten-herstellern trotz Standardisierung ein gewisser Auslegungsspielraum bleibt, ist die AUCOTEAM-Prüfeinrichtung nicht nur für den Umgang mit mehreren Standardprotokollen ausgelegt, sie kann zudem sowohl Module für neue Protokolle als auch verschiedene Profilausprägungen eines Protokolls integrieren.
Weitreichende technische Möglichkeiten
Neben den bisher eingebundenen Protokollstandards IEC 60870-5-101, -103 und -104 sind künftig auch neu hinzukommende Standards oder firmenspezifische Profilauslegungen eines Protokolls ohne großen zeitlichen Aufwand integrierbar. Außerdem ist es möglich, Protokolle oder Profile in bereits vorhandene Hardware nachzurüsten.
Da künftig immer mehr auf Ethernet basierende Übertragungsstandards Einsatz finden, legen wir besonderen Wert auf deren Integration. So ziehen wir nicht nur TASE.2, sondern auch IEC61850 als mögliche wichtige Protokolle in Betracht. Die neue Hardwarebasis erlaubt zudem die Einbindung bisher ungenutzter Übertragungstechniken (z.B. LON) und erweitert damit noch die Einsatzmöglichkeiten.
Technologieübergreifend stellen Telegramm-Online-Anzeige und Telegramm-archive erkannte Fehler in gleicher Art und Weise dar. Detaillierte Fehlerbeschreibungen, die entweder den Telegrammen im Allgemeinen oder den einzelnen Informationsobjekten zugeordnet sind, erleichtern die Auswertung und Bewertung der aufgezeichneten Daten.
Zur präzisen Abwicklung und gleichzeitigen Aufzeichnung aller Prüfkanäle ist die auf einem Echtzeitbetriebssystem laufende Kommunikationseinheit (zukünftig auf Basis eines leistungsfähigen PowerPC-CPU-Boards) von der Windows-basierten Benutzeroberfläche getrennt. Wir beugen so Problemen mit der zeitfolgerichtigen Zuordnung von Telegrammen bei hohem Datenverkehr vor. Damit die Telegramme im Anzeigemodus im Klartext zur Verfügung stehen, übernehmen wir kundenspezifische Datenmodelle aus der Systembeschreibung, z.B. über Excel-Arbeitsblätter oder künftig auch aus XML-Datenbeständen. |
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Abbildung:
Einbindung der Prüfeinrichtung zum Prüfen von Gateway-Funktionalitäten (Beispiel)
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Wichtig für die Akzeptanz des neuen Gerätes: Komplexe Prüfszenarien unter Einbeziehung von Linienkonfigurator, Telegramm-, Filter- und Triggereditor und letztendlich auch die umfangreiche Klartext-Online-Anzeige sowie die Tele-grammarchivierung sind weiter möglich. Die bekannten und bewährten Instrumente und Werkzeuge zur Gestaltung von Prüfsitzungen wurden aber in dem neuen Gerät auf eine moderne und leistungsfähige Softwarearchitektur (.NET) umgestellt.
Da die Vernetzung beider Teilsysteme untereinander mittels UDP/IP-Kopplung auf Ethernet-Basis erfolgt, lässt sich die Kommunikationseinheit über ein firmeninternes LAN aus der Ferne bedienen. Derzeit untersuchen wir, inwieweit auch der Fernzugriff über entsprechende Router zu anderen Kommunikationslösungen (z. B. DSL) möglich sein soll.
Vorteile für Anwender durch Modernisierung der Hard- und Softwarebasis
Mit der Integration verschiedenster Kommunikationslösungen in nur einem Prüfgerät kann der Anwender eine große Bandbreite an Prüfmöglichkeiten nutzen. Das vereinfacht und verkürzt in den stark heterogenen Datenübertragungsnetzen das Auffinden und die Analyse von Fehlern. Dadurch steigt die Verfügbarkeit einzelner Komponenten der Kommunikationstechnik, was die Anlagensicherheit erhöht und zugleich die Kosten für Inbetriebnahme und Wartung senkt. Die Verfügbarkeit der Prüftechnik wird für viele Jahre sichergestellt. Erfahrungen aus bisherigen Einsätzen bei Kunden fließen in die Neuentwicklung ein.
Alexander Woitschig
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